Zimmer 1408

Oktober 18, 2007

USA 2007

Grusel-Thriller

Kinofassung: 104 min./ Director’s Cut: 113 min.

Jeder, der schon mehr als 2 King-Verfilmungen gesehen hat, kennt das: Die filmische Bearbeitung der Geschichten bleibt meist weit hinter den Erwartungen zurück. Das liegt oftmals an den geringen Dreh-Budgets, vielfach an den mäßigen Leistungen der Darsteller und nicht selten an der simplen Unverfilmbarkeit des Horrors, den King in seinen Büchern so gekonnt darzustellen weiß. Und so kam über die Jahre eine ziemlich lange Liste an Filmen zusammen, die sich in 3 Kategorien einordnen lassen: Die seltenen legendären Verfilmungen, die man gesehen haben muss (z.B. „Shining“, „Dead Zone“), die wenigen guten Verfilmungen, die man mal gesehen haben kann (z.B. „The Green Mile“, „Needful Things“) und die Verfilmungen, die man getrost in die Tonne treten kann ( macht die größte Gruppe aus mit z.B. „Haus der Verdammten“, „Sturm des Jahrhunderts“ etc. pp.).

Nachdem das „goldene Zeitalter“ mit der inflationären Masse an Verfilmungen lange zurückliegt, schicken sich in den letzten Jahren immer wieder einzelne Werke an, mit genug Budget, guten Schauspielern und geschickter Umsetzung wenigstens im oberen Mittelfeld zu landen. So auch „Zimmer 1408“ im Jahre des Herrn 2007. Die Story dreht sich um den Schriftsteller Mike Enslin, der nach dem Tod seiner Tochter als Versuchskarnickel und Autor über Geisterzimmer, -häuser etc. schreibt. Bisher hat er noch keinen Geist getroffen und so macht er sich auch keine Sorgen, als er seinen nächsten „Fall“ antreten will: Das Zimmer 1408 im Dolphin Hotel. Selbst das hartnäckige Bitten des Hotelmanagers Olin kann ihn nicht davon abhalten. Bisher ist ihm ja auch noch nichts passiert. Tja, bisher! Denn das Zimmer entwickelt bereits kurz nach Enslins Einchecken ein merkwürdiges Eigenleben und versucht ihn in den Wahnisnn bzw. Selbstmord zu treiben.

Hossa! „Shining“ oder was? Naja, fast. Dafür aber kleiner. Und fieser. Eben doch keine Shining 2. Dazu fehlen dem Film einfach ein paar wirklich gute psychologische Effekte und ein wenig Atmosphäre. Der Großteil der Spannung kommt eigentlich schon ganz zu Anfang auf, wenn Samuel L. Jackson in seiner kurzen aber extrem effektiven Rolle als Hotelmanager dem Schriftsteller das Zimmer ausreden will. Danach ist der Film zwar keinesfalls langweilig, aber irgendwie wirkt er ein wenig überladen. Ist zwar ganz schön, dass das Zimmer so einiges an Effekten draufhat, aber dadurch geht auch ein großer Teil der Stimmung flöten. Zum wahren Ärgernis allerdings entwickelt sich im Laufe des Films die Hintergrundgeschichte: Der Tod von Enslin’s Tochter, die Trennung von seiner Frau etc. passen zu keinem Zeitpunkt und bringen den Film gerade dann, wenn er einen ordentlichen Rythmus gefunden hat aus eben jenem wieder heraus. Auf der Haben-Seite wiederum verbucht der Film ganz eindeutig die großenartigen Leistungen John Cusack’s und Samuel L. Jackson’s. Gerade Cusack schafft es gekonnt den zynischen Enslin darzustellen. Ebenso überzeugen die Effekte an sich, die ohne großes CGI-Brimborium auskommen und trotzdem nicht bescheuert wirken. Die Grundstimmung ist wie gesagt auch ganz passig, auch wenn der Film genau daran im Laufe der Zeit verliert. Trotzdem wird er zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig, sondern schafft es eine gewisse Spannung zu halten. Und damit liegt er weit über dem was sich heute so als „Horror“ bezeichnet und meilenweit über einem Großteil der King-Verfilmungen

Fazit: „Zimmer 1408“ ist kein schlechter Film, ganz und gar nicht. Egal wie löchrig die Hintergrundhandlung auch sein mag, egal wie oft sich die Story selbst ein Bein stellt. Man wird nach dem Film trotzdem zufrieden sein und sich gut unterhalten gefühlt haben. Zum Klassiker fehlt ihm dann aber doch das Quäntchen Genialität.

4,5/6 Punkten

Nebenbei: Es lohnt sich den Film in der Kino-, wie auch der Director’s Cut-Fassung gesehen zu haben, da sich vorallem das Ende stark unterscheidet.

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