300

November 4, 2007

USA 2007

Barbaren-Film/Sandalen-Epos

Laufzeit: ca. 112 Minuten / FSK 16

Story: Man nehme ein kleines pragmatisches Völkchen stereotyper Individuen, das scheinbar nur aus Männern besteht und einen bärtigen Kerl zum Chef hat (nein, NICHT die Schlümpfe!). Davon 300 Mann. Dazu ein Heer von Mutanten und Kameltreibern, das die Welt beherrschen will. Davon etwa 1 Million. Beides stellt man gegeneinander auf und lässt es in einer engen Schlucht gegeneinander klatschen. Zwischendurch gibt’s noch Verrat vom Glöckner von Notre-Dame. Das zusammen ergibt einen heroischen Tod der 300 Mann (na gut, eigentlich 299) und trotzdem nicht den Sieg der 1 Million. ÄTSCH! Achso, die Frau vom König schlägt sich zuhause verbal und zeigt dort allen alten Kerlen die lange Nase. Ist aber weniger wichtig. Joa, das wär’s soweit…

Er ist da! Der aufgeblasenste Barbarenfilm aller Zeiten bahnt sich den Weg epische Schlachten mit dollen Sprüchen aufzumischen und dem Heldentum alter Tage eine Lanze zu brechen. Zwischendurch wird geschnetzelt und gemetzelt, geschrien, geprotzt und über Minderheiten und „Andersartige“ hergezogen. Das ist der Stoff aus dem die feuchten Träume eines Frank Millers in dieser zugegebenermaßen ziemlich dämlichen Geschichte sind. Bietet schon der Sagenstoff nicht viel Materie, so bemüht man sich in dem fertigen Streifen erst gar nicht, die gesamte Geschichte etwas zu vertiefen. Das hilft durchaus in den Schlachtszenen, da man so weder der einen noch der anderen Seite wirklich traut, rächt sich aber fürchterlich im Nebenplot, der bereits von Anfang an keine Chance hat. So ist dann auch der ganze Film eine Art Zusammenklatsch und wäre man von einfacherem Gemüt, man käme aus dem Wechselspiel von HUI und PFUI wohl nicht mehr heraus. Ich habe mir den Film wegen der Schlacht angesehen und das rate ich auch jedem anderen: Was man hier an Bildern zu sehen bekommt übertrifft selbst den Herrn der Ringe! Die Story dümpelt, wie gesagt, immer auf einer Stelle herum, nur um am Ende einen unverständlichen Sprung zu machen, der dann zu einem etwas sehr abrupten Ende führt. Ob das Ganze so geplant war?

Fazit: Nana, ganz so schlecht wie es sich anhört ist der Film eigentlich gar nicht. Der philosophische Filmfreund würde den Film wegen Stumpfsinnigkeit und Nationalismus durchfallen lassen. Ich begehe den Fehler nicht. Der Film will gar keine dolle Story erzählen. Hier geht es darum wie sich muskelbepackte Kerle in Schweiß und Sand mit fetten Mutanten prügeln. Also: Bier her! Hier darf man sich mal richtig Mann fühlen und sich den Wunderbeutel deswegen umhängen! Solch ein Erlebnis gab es zuletzt bei „Sin City“. Der Film schafft nicht die Klasse des Schwarz/Weiß-Epos, ist nichtsdestotrotz aber eine weitere gute Comic-Verfilmung aus dem Hause Miller. Ausleihen und angucken kann man jedem empfehlen!

Punkte: 4/6

Eine Antwort to “300”

  1. comeandkillthemonster said

    Hmm…schlecht ist der Film nicht und auch wirklich gut gemacht. Trotzdem bin ich dabei eingeschlafen ^^‘ … Die Story wirkt doch etwas trocken.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: