Woodoo – Schreckensinsel der Zombies

November 18, 2007

Italien 1979

Zombie-Splatter/-Klassiker

Laufzeit: 88 Min. /Freigabe: Spio/JK

Jetzt mal ehrlich: Lucio Fulci hatte schon Recht, als er mal verlauten ließ, dass Horror eine italienische Erfindung sei. Nirgendwo sonst wurden in den 70ern und 80ern soviele Splatter- und Gorestreifen gedreht. Mal waren es Meisterwerke, die noch heute Referenzstatus wegen ihrer handwerklichen Erhabneheit besitzen, meist waren aber vorallem die offentsichtlich billigen Machweisen zum „fürchten“. Nunja, der vorliegende Film ist ganz klar ein Kind der damaligen Welle an Horrorfilmen aus Bella Italia, besser: der Zombiewelle. Um den Film auch im Rest der Welt einen gewissen Popularitätsschub zu geben, wurde er dreisterweise einfach als „Zombie 2“ vermarktet, also quasi als Fortsetung zu Romero’s „Dawn of the Dead“ aka „Zombie“. Das der Film bis auf den Namen allerdings nichts mit Romeros Kultfilm (und schon gar nichts mit dessen Qualität) zu tun  hat wird alsbald klar. Die Story dreht sich hier um eine kleine Karibikinsel, deren Bewohner von einer seltsamen Krankheit befallen werden, durch die sie, kurz nach dem Ableben, wieder quietschvergnügt aufstehen um sich die Bäuche vollzuschlagen. Die Eingeborenen glauben, dass es sich dabei um Voodoo handelt. Macht aber nichts, hat im Verlauf des Films eh keine Relevanz. Aufhänger des unweigerlich folgenden Gemetzels ist die Geschichte einer jungen Frau, die mit einem Reporter auf die Insel kommt um ihren Vater, einen Wissenschaftler, zu finden. Sie erfährt aber nur von einem Freund des Vaters (ebenfalls Wissenschaftler), dass dieser verstorben ist. Und wo geht es dann hin? Genaus, direkt auf das Massaker ‚Mensch gegen Zombie‘ zu.

Es gibt wohl nur wenige Filme, die die Bezeichnung „Zombieschinken“ so sehr verdienen wie dieser Film. Es ist alles dabei: Zombie und Gedärm, ein bisschen Softporno hier, 70er-Schmalzlocken da, grottige Schauspieler und einfachste Story. Nebenher zeichnet sich der Film durch ganz ansehnliche Zombies und Gore-Effekte aus. Die geradlinige Story quält sich zwischendurch wirklich vorwärts um zum unvermeidlichen Ende zu kommen. Hier und dan stirbt auch mal ein Nebenbdarsteller. Zwischendurch gibt es noch 2 recht berühmte Szenen: Der Kampf eines Zombies mit einem Hai und die ‚Holzspliter vs. Auge‘-Szene, die der Holzspiltter mit knapper Mehrheit gewinnt. Dann wieder ein bisschen Geschmachte und Logiklöcher ohne Ende (Tote aus dem 16. Jhr., die scheinbar nur ca. 10 cm unter dem Boden begraben wurden). Ja, so könnte man jetzt eigentlich weitermachen. Kommen wir also zum

Fazit: Wie Eingangs schon erwähnt eben ein richtiger Zombieschinken. Man merkt ihm das Alter an, nicht nur anhand der Frisuren. Der minimalistische, um nicht zu sagen, billige Synth-Soundtrack, dessen „heiße“ Bali-Rythmen schonmal für Verwirrung innerhalb einer Goreszene sorgen können, ist ein absolutes Unikum aus dieser Ära. Ansonsten gibt es halt viel Fulci-typisches zu sehen, also kompromisslose Gewalt und ein wirklich oskarreifes Ende, bei dem ACHTUNG SPOILER, die Untoten auf New York über die Brooklyn Bridge hinstapfen. Die ganze Szene wurde ohne Dreherlaubnis mit einigen Dutzend Schauspielern innerhalb weniger Minuten heimlich abgedreht. Diese Kompromisslosigkeit allein macht den Film fast schon wieder gut. Aber insgesamt bleibt es wohl doch nur ein Film für echte Zombiefans. Alle anderen greifen besser zu Filmen, deren Budget höher als die Friseurrechnung war und deren Handlung sich schneller fortbewegt als ihre untoten Akteure.

Punkte: 3,5/6

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