Königreich der Himmel

Februar 24, 2008

USA 2005

Historien-Epos

Laufzeit: 138 bzw. 185 Min. / Freigabe: ab 12 Jahren

Huch! Ein teurer Film? Hier? Von Ridley Scott? Auf dieser Seite? Mett-Müsli?

Ohja! Und warum auch nicht? Denn seien wir mal ehrlich: War „Gladiator“ schon streckenweise hanebüchener Schwachsinn mit Schluchzfaktor, so ist „Königreich der Himmel“ wirklich der Abgesang eines einstmals genialen Regisseurs, der uns Klassiker wie „Alien“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Bladerunner“ bescherte.

Handlung: Orlando Bloom mit Bart ist Schmied, seine Frau hat sich bereits umgebracht um sich die dröge Handlung nicht antun zu müssen. Weise Entscheidung! Dieser wird also auf Umwegen mit seinem, der mal so mir nichts dir nichts auftaucht, Vater nach Jerusalem verschlagen, wo er einen steilen Aufstieg schafft. Wie das halt so war damals. Nun gibt es den guten, aber leprakranken Patriarch und den fiesen Ritter Hotzenklotz und seine Halunken, die fortwährend Krieg gegen die Muselmanen führen wollen, bis es Saladin zu viel wird. Und so weiter und so fort. *gähn*

Die Wüste…Die Wüste lebt…das Ritter-Genre aber ist tot…mausetot. Und daran ändert auch dieses aufgeblasene Kreuzfahrer-Abenteuer-Gewäsch nichts. Im Gegenteil. Wenn man mal die wirlich schönen Landschaftsaufnahmen und die beeindruckenden Bauten wegdenkt, dann bleibt ein gerade mal durchschnittlicher Historienfilm. Das fängt bei den Charakteren an, die entweder bis ins Klischee überzeichnet oder, was im Falle der Hauptperson weitaus schlimmer ist, so farblos wie ein Schwarz/Weiß-Film sind. Orlando Bloom tut sich hier als berühmter Griff in den Lokus hervor. Zu keinem Zeitpunkt wirkt sein Handeln natürlich oder auch nur motiviert. Mit der Präzision einer Beinprothese stakst der gute Mann durch die Story und schafft dennoch das Kunststück in fast 3 Stunden Laufzeit (im Director’s Cut) nicht eine Minute authentisch zu wirken. Die anderen Figuren sind bestenfalls Nebendarsteller, nur wenige wie Liam Neeson oder Ghassan Massoud ( in der Rolle des Saladin) beweisen wirklich ihr Talent, kommen aber viel zu kurz. Ein anderer Schwachpunkt sind die Schlachtszenen. Die sind in diesem Genre Film ja eigentlich Hauptschauplatz. Und auch hier patzt Mr. Scott. So einen offensichtlichen Bluebox-Effekt erwarte ich bei der Darstellung von Autofahrten aber nicht in so einem Film. Überhaupt wirken die Schlachten schlecht durchchoreografiert, mal ganz zu schweigen von dieser nervigen Ruckelkamera, die einen durch ihre planlosen Blickwinkelwechsel und Wegblendungen vollkommen die Orientierung verlieren lässt. Und auch wenn die historischen Fakten sicher nur Aufhänger seien sollen, so rotiert bei mir als Hobbyhistoriker der Magen den ganzen Film über. Angefangen vom (natürlich blond und blauäugigen) Wikingerdeutschen mit Streitaxt bis hin zum Charakter Balians (Orlando Bloom mit Bart), der im richtigen Leben wohl lange nicht so nibelungentreu war, wie es hier dargestellt wird.

Fazit:

„Königreich der Himmel“ ist der tödliche Furunkel am Arsch eines Genres, dass sich spätestens mit Costner’s „Robin Hood“ überlebt hatte. Herr Scott ging wohl mit der Intention an den Film, den alten Konflikt zwischen Morgen- und Abendland als Metapher auf die heutigen Unruhen zu übertragen, womit der Film auch endet. Da das hier keine politische Diskussion ist, lasse ich Thesen und Antithesen dabei weg und übe mich in kurzer Bündigkeit: Grandios gescheitert! 2 Punkte für das tolle Panorama und einen halben für 2 gute Nebendarsteller. Ich denke, damit ist der Film nicht überbewertet.

Punkte: 2,5 / 6

Eine Antwort to “Königreich der Himmel”

  1. SamsasT said

    *rhhhhhhhh* Orlando *sabber*
    Film kennsch nich, aber Orlando Blomm ….wouah^^ ders geil …den würd ich auch gern mal……

    …..

    …. zum Eis einladen🙂

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